| ATIs R420 im Detail
Einleitung
Am heutigen Dienstag, den 04.05.2004, um 15:00
Uhr fiel der Startschuss für die offiziell erlaubte Berichterstattung
über die Radeon X800 Serie (R420). Die Gerüchteküche
brodelte schon einige Monate vor dem offiziellen Launchtermin,
besonders nachdem nVidia am 14.04 seinen neuen High End Grafikchip
den NV40 vorgestellt hatte. Mit diesem Artikel möchten
wir nun ein wenig Licht ins Dunkel bringen und den kommenden
High End Chip von ATI etwas näher vorstellen.
Der Chip
Der R300, welcher unter dem Produktnamen Radeon
9700 Pro zum weltweiten Erfolg wurde, erblickte am 18.06.2002
das Licht der Welt. Damals hat ATI alles richtig gemacht und
auf den älteren, dafür aber ausgereiften, 0,15 µm
Fertigungsprozess gesetzt, was schlussendlich die richtige
Entscheidung war. Denn nVidia wählte schon damals für
den NV30 den 0,13 µm Fertigungsprozess, welcher aber
zur damaligen Zeit noch nicht ausgreift genug war für
über 120 Mio. Transistoren. ATI verfügte bereits
mit den ersten Waver über sehr gutes Silizium, welches
man ohne große Problem mit über 300 MHz takten
konnte.
ATI
erster Grafikchip in 0,13 µm Fertigungsprozess war der
RV350, mit dem RV360 ließ ATI den ersten low-k Chip
bei TSMC (Taiwan Semiconductor Manufacturing Company) fertigen.
War es den beiden Refresh-Chips der R300 Serie (R350/R360),
bedingt durch die sonst größeren Änderungen
am Chiplayout der 0,13 µm Fertigungsprozess noch verwehrt
geblieben, so setzt ATI nun beim R420 auch erstmals den 0,13
µm low-k Fertigungsprozess bei High-End VPUs ein.
Low-k dielectric
Durch einen neuen Isolator werden Störungen
und Einstrahlungen, auch Leckströme genannt, innerhalb
des Chips vermindert und zusätzlich verringert sich die
Stromaufnahme.
Den Transistor-Count gibt ATI beim R420 mit
160 Mio. an. Zum Vergleich der R300 verfügte über
107 Mio. Transistoren.
Zwar
sollte durch den ausgereiften Fertigungsprozess die Ausbeute
(Yield) auf recht hohem Niveau liegen, doch immer wieder finden
sich auf dem Waver einige Chips, welche sich nicht mit der
vollen Spezifikation betreiben lassen, so dass ATI auch beim
R420 auf ein sehr flexibles Rendering Pipeline Concept geachtet
hat. Dem zu folge ist mit dem R420 eine 4/8/12 oder 16 Pipekonfiguration
ohne Änderungen am Design möglich.
An der grundsätzlichen Rendering Pipe Architektur des
R300 hat ATI einiges verändert. Während man noch
auf 8 parallele Pipelines gesetzt hat, basiert der R420 auf
4 sogenannte Quad Pipe. Womit man, wie oben erwähnt,
deutlich flexibler in der Pipekonfiguration ist.
Beim R350/360 hatte man nur die Wahl zwischen
den ersten vier und allen Pipelines. Besonders ärgerlich
war es dann, wenn in einen Chip sowohl die 1. als auch die
8. Pipe einen Fehler aufweist, so ist es noch nicht einmal
möglich, den Chips unter SE Bezeichnung zu verkaufen.
Laut unbestätigten Informationen ist der R420 hier besonders
flexibel. So können ohne weiteres der 1.2. und 4. Pipeblock
miteinander kombiniert werden, was die Ausbeute noch mal deutlich
steigern sollte. Erst wenn in allen 4 Quad Pipeblöcken
eine Pipeline ein Fehler aufweist, müsste der Chip als
defekt bezeichnet werden.
Neu sind ebenfalls eine zweite Vector- und Scalar-ALU Einheit
in den Rendering Pipelines.
Die daraus resultierenden Leistungsdaten sind sehr beachtlich:
- >192 GigaFlops
- >8.8 Gigapixel/second Fillrate
- 80 concurrent Shader Operation pro Takt
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