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ATIs R420 im Detail

GDDR3 der neue Speichertyp

In Zusammenarbeit mit diversen Speicherherstellern hat ATI im Jahre 2002 die neue GDDR3-Speichertechnologie als offenen Standard vorgestellt und spezifiziert. Allerdings stammten die ersten Grafikkarten mit GDDR3 Speicherchips von nVidia. Mit der Radeon X800 Pro wird ATI nun auch erstmals auf den neuen Speicherstandard zurückgreifen.

Die Unterschiede zwischen GDDR3- und GDDR1-Speicher sind schnell auf den Punkt gebracht. Die "On-Die-Termination" mit der gesenkten Betriebsspannung von 2,5 Volt (DDR1)/ 2,2 Volt (DDR2) auf 1,9 Volt (Samsung) bzw. 1,8 Volt (Micron) erlauben weitaus höhere Taktraten von bis zu 800 MHz (1600 "MHz" DDR).
Zwar haben die Hersteller Samsung und Hynix auch GDDR1 Speichermodule mit bis zu 700 MHz bzw. 800 MHz gelistet, allerdings sind die Stückzahlen diese Speicherchips derart gering, dass hier von keiner Massenverfügbarkeit gesprochen werden kann. Zudem muss ein vielfacher technischer Aufwand betrieben werden, um GDDR1-Speicher mit solch hohen Taktraten betreiben zu können, was natürlich die Preise entsprechend steigen lässt.

Die derzeitigen GDDR3 Speichermodule von Samsung und Micron beginnen dagegen erst mit einer Taktrate von 500 MHz.
Ein Nachteil gegenüber GDDR1 sind die bei GDDR3 deutlich höheren CAS-Latenzzeiten (CAS Read Latency). Bei gleichem Takt sind GDDR1-Module in der Praxis also etwas schneller. Dieser Nachteil wird durch die höheren erzielbaren Taktraten aber mehr als egalisiert. Aus diesem Grund taktet ATI damals die Radeon 9800 Pro 256 MByte mit GDDR2 Speicher 10 MHz höher als die 128 MByte Variante mit 128 MB GDDR1-Speicher.

Module Typ VDD VDDQ Frequenzbereich Read Latency
128 MBit GDDR1 2,5 V 2,5 V 183-500 (800) MHz 3,4,5
256 MBit GDDR1 2,5 V 2,5 V 183-500 (800) MHz 3,4,5
256 MBit GDDR2 2,5 V 1,8 V 400-500 MHz 5,6,7
256 MBit GDDR3 1,8 V 1,8 V 500-800 MHz 5,6,7,8,9

An der Haupteigenschaft von dem wenig erfolgreichen GDDR2-Speicher wurde weitestgehend festgehalten; geändert wurden lediglich Strobes (Impuls-Schema) und der Receiver-Typ.
Durch den kleineren Fertigungsprozess von 0.11 Micron und der auf 1,8 Volt reduzierten VDDQ-Spannung werden die Temperaturen deutlich geringer ausfallen als noch mit GDDR2-Speicher. Zumindest bei den "kleinen" Modellen geht es ohne zusätzliche Kühlung, wer allerdings seine Speicherchips übertakten will, der sollte auch für zusätzliche Kühlkörper sorgen.

Ende 2004 sollen bereits die Spezifikationen für GDDR4 festgelegt sein, allerdings ist mit den ersten Speicherchips nicht vor Ende 2005 zu rechnen. GDDR4 soll Taktraten von bis zu 1400 MHz (2800 MHz DDR) ermöglichen.


 
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