ATI Radeon X850 XT und X850 XT Platinum Edition
Einleitung :
ATI hat am ersten Dezember des vergangenen Jahres die
neuen X850-Karten vorgestellt. Zum Launch war man noch zuversichtlich,
die ersten Radeon X850 XT Platinum Edition Grafikkarten
vor Weihnachten in den Handel zu bringen. Was man aber bekanntlich
nicht geschafft hat. So sollen die ersten X850 XT PE Grafikkarten
ab der dritten Januarwoche in den Handel kommen.
Die Radeon X850 XT PE ist ein reinrassiger PCI Express Grafikbeschleuniger
und steht aktuell eigentlich ohne „echte“ Konkurrenz
da. Zwar gelangen in den letzten Tagen die ersten PCI Express
NVIDIA GeForce 6800 GT Grafikkarten in den Handel, die aber
von der Leistung eher mit einer Radeon X800 XT gleichzusetzen
sind. Von der GeForce 6800 Ultra ist im Moment noch nichts
zu sehen.
War die X800 XT Platinum Edition (AGP und PCIe) kaum im
Handel zu finden, was ihr u. a. den Beinamen der Press Edition
einbrachte, soll sich dies mit der X850-Serie nun ändern.
Wir konnten eine „Press Edition“ (X800 XT PE)
für PCI Express ergattern und vergleichen diese nun
mit dem neuen Flaggschiff der X850 XT PE. Zudem schauen
wir, wie es sich unter den beiden kleineren Brüdern
den „normalen“ XT Varianten verhält.
 
Die Karte
Die Veränderungen am Herzstück
dem R480, zum Vorgänger Chip R423, sind schnell erklärt.
ATI hat vor allem Optimierungen und Verbesserungen an der
Chipproduktion vorgenommen, um die Yields bei höheren
Taktfrequenzen zu verbessern. Durch die Neuanordnung einiger
interner Funktionsblöcke wurden Hotspots minimiert und
die thermischen Eigenschaften des Chips verbessert.
Ebenfalls neu ist die von der Mobility Radeon bekannte Clock-Gating
Technik, die es ermöglicht, Teile des Chips, die im Moment
nicht benötigt werden, abschalten zu können. Dadurch
soll die neue Radeon X850 Serie, besonders im 2D-Modus, extrem
wenig Strom verbrauchen und der Lüfter kann dementsprechend
heruntergeregelt werden.
   
Erstmals in der langjährigen Firmengeschichte
stattet ATI sein neustes Flaggschiff mit einer Dual-Slot-Lösung
aus, um so der vom Chip produzierten Hitze effektiv Herr zu
werden. Zwar hätte man sicherlich auch einen entsprechenden
Single-Slot-Kühler entwickeln können, doch die starke
Hitzeentwicklung der Radeon X850 XT PE würde das Gehäuse
nur unnötig aufheizen und der Geräuschpegel wäre
lange nicht so angenehm.
Zwar ist das Prinzip der Kühlung nicht mehr revolutionär,
aber unserer Meinung nach genau der richtige Schritt, um auch
High-End Grafikkarten effektiv und vor allem leise kühlen
zu können. Der über der Grafikkarte thronende Radiallüfter
saugt die Luft über die Kupferlamellen aus dem Gehäuse
heraus. Die erwärmte Luft tritt dabei an einem Gitter
über den Ausgängen hinaus.
   
Besonders über die Lautstärke
des Lüfters kursierten im Internet schon vor dem Launch
einige Gerüchte. Die Meinungen reichten von extrem, bis
hin zu lautlos. All diejenigen, die jetzt schlimmeres erwartet
haben, können wir beruhigen. Besonders im 2D-Modus ist
die Radeon X850 XT PE kaum zu hören, was u. a. dem Clock-Gating
zu verdanken ist.
Im 3D-Modus ordnet sich der Geräuschpegel etwas über
dem Referenzlüfter der Radeon X800 Serie ein. Die großflächige
Aluminiumplatte nimmt nicht nur die Wärme des Grafikchips
auf und leitet sie an die Lamellen weiter, sondern auch die
der vorderen Speicherchips.
   
Neu ist ebenfalls, dass ATI schon bei der
Referenzlösung die Speicherchips auf der Rückseite
passiv kühlt. Allerdings ist die Verwirklichung mit der
1 Millimeter dicken Aluminiumschiene nicht sehr glücklich.
Zwar wird die Abwärme schnell aufgenommen, doch nur sehr
spärlich an die Luft abgegeben. Es scheint aber voll
ausreichend zu sein.
Wie schon bei der Radeon X800 XT PE kommen auch weiterhin
die GDDR3 Speichermodule aus dem Hause Samsung zum Einsatz.
Die Chips sind mit einer Zugriffzeit von 1,667 ns für
maximal 600 MHz (1200 MHz DDR) spezifiziert, was mit einem
Speichertakt von 590 MHz bei der Radeon X850 XT PE fast ausgenutzt
wird. Den Grafikchip selber taktet ATI bei der X850 XT PE
mit 540 MHz. Die „normal“ Radeon X800 XT nutzt,
wie die Platinum Edition, volle 16 Pipelines des R480 und
kommt lediglich mit einem reduzierten Takt auf den Markt.
Statt 540 MHz ist der Chip bei der Radeon X850 XT mit 520
MHz und der Speicher mit 540 MHz getaktet.
  
Bei den bisher ausgelieferten Modellen der
Radeon X800 Serie war es kaum zu sehen, soll es nun mit der
Radeon X850 Serie bei ATI salonfähig werden. Die Rede
ist von zwei DVI-Ausgängen, die eine digitale Übertragung
der Bildsignale an den TFT-Monitor ermöglichen. Besitzer
von CRT-Geräten schauen aber nicht in die Röhre,
sondern können weiterhin mittels Adapter bis zu zwei
herkömmliche Monitore an der X850 Grafikkarte betreiben.
Der zweite DVI-Ausgang wird über einem externen TDMS
Baustein von Silicon Image verwirklicht, der schon auf zahlreichen
anderen Grafikkarten verbaut wird.
Der rückseitig verlötete Rage Theater Chip ist für
die zusätzlichen Video-Eingänge der Grafikkarte
zuständig. Der am Ende des PCBs angebrachte gelbe Stecker
ist für eventuell vorhandene Video-In Buchsen in der
Gehäusefront gedacht, über den weißen Stecker
ist eine Audioverbindung zur Soundkarte möglich.
 
Die externe Stromzufuhr wird PCI Express
Grafikkarten-typisch über den sechspoligen Stromanschluss
verwirklicht.
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