| CeBIT 2006 Teil
III
Das Interview Teil 3
ATI-News: Der Turion verfügt
ja im Moment über einen Marktanteil von 15 Prozent. Denken
Sie nicht, dass es mehr Werbung bedarf, um noch mehr im Bewusstsein
der Käufer vertreten zu sein?
Herr Schwolow: Wir
werden die Marketingmöglichkeiten wie Intel haben,
da wir schlicht und einfach nicht das Budget dafür
haben. Aus diesem Grund werden wir auch nie so präsent
in den Medien sein wie Intel. Persönlich denke ich
auch nicht, dass dies unbedingt notwendig ist, denn wir
haben es mit der AMD64 Technologie auch so geschafft ins
Bewusstsein der Käufer, ohne dass wir dafür Millionen
fürs Marketing ausgeben mussten.
ATI-News: Wie stark schätzt
man Intels neue Architektur ein und sehen Sie ihre aktuelle
Position im Desktopmarkt gefährdet?
Herr Schwolow: Bisher
sind die neuen Intel-Produkte ja noch nicht am Markt, weshalb
man erstmal abwarten sollte, bevor man voreilige Schlüsse
zieht. Die Frage stellt sich ja, wie viel die Conroe Benchmarks
von der IDF wirklich Wert sind?
ATI-News: Natürlich
stellt sich die Frage der Vergleichbarkeit, aber laut Aussagen
zahlreicher amerikanischer Redakteure, sollen diese wohl recht
fair gewesen sein.
Herr Schwolow: Wir
sind da eher skeptisch, was diese Zahlen anbetrifft und
inwieweit diese auch wirklich aussagekräftig sind.
Außerdem muss Intel die Produkte erstmal auf den Markt
bringen, solange dies nicht geschehen ist, werden wir uns
auch nicht weiter zu diesem Thema äußern. Im
Moment sind das alles nur Spekulationen.
ATI-News: Warum wagt man
erst 2007 den Schritt 65nm und nicht jetzt wie Intel?
Herr Schwolow: Es
geht nicht darum, dass wir es nicht können, sondern
vielmehr darum, dass wir es im Moment nicht brauchen. Wir
haben mit dem FX60, der auf der 90nm Technologie basiert
immer noch weniger Verlustleistung als Intel teilweise mit
65 nm.
Mit der Inbetriebnahme der Fab36 in Dresden wird auch unsere
65 nm Produktion hochgefahren. Die Prozessoren werden dann
Ende 2006/Anfang 2007 folgen. Entsprechende Tests mit dem
65 nm Prozess laufen schon erfolgreich seit Juli letzten
Jahres. Darüber hinaus arbeiten wir intensiv mit IBM
an der weiteren Verkleinerung der Strukturbreiten und Abwärme.
ATI-News: Wie Sie ja auf
der Pressekonferenz bekannt gegeben haben, arbeitet man schon
an der nächsten Mikroarchitektur. Wird es sich dabei
um eine Erweiterung der AMD64 Technologie handeln oder wird
man einen komplett neuen Weg einschlagen?
Herr Schwolow: Dazu
kann ich leider auch nicht mehr sagen, als dass, was wir
auf der Pressekonferenz bekannt gegeben haben.
ATI-News: Im Gegensatz
zu Intel hält sich AMD, was zukünftige Entwicklungen
anbetrifft, sehr zurück. Worin ist diese Haltung begründet?
Herr Schwolow: Ich
weiß gar nicht, ob wir so zurückhaltend sind.
Wir haben bereits 1999 über Multi-Core Prozessoren
gesprochen. Aber es ist schon wahr, dass wir nicht lange
im Voraus über ungelegte Eier sprechen.
An dieser Stelle möchten wir uns nochmals
herzlich bei Herrn Schwolow dafür bedanken, dass es für
ein Gespräch während der CeBIT zur Verfügung
stand.
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