Sapphire
Radeon X1600 XT
Einleitung :
ATI hat am 18. Oktober des letzten Jahres auf einen Schlag
eine komplett neue Grafikkarten-Serie vorgestellt, seit Mitte
Dezember werden nun die ersten SM3.0 kompatiblen Grafikkarten
für den Mainstream-Markt ausgeliefert. Ein Grund für
uns die Sapphire Radeon X1600 XT näher unter die Lupe
zu nehmen. Insbesondere durch die letzten Treiber und die
Optimierungen am Ring-Bus, konnte die Leistung der Radeon
X1600 XT gegenüber den ersten Tests im Oktober weiter
gesteigert werden, wo Sie sich nun genau einordnet, versuchen
wir auf den folgenden Seiten zu klären.
 
Die Karte
Das PCB – Sapphire typisch in Blau
– mist gerade einmal „kurze“ 17 cm und ist
deutlich kompakter als die beiden X1800-Derivate mit ihren
23 cm. Denn je nach Mainboard kann es bei Grafikkarten jenseits
der 20 cm durchaus zu Problemen mit einigen Steckeranschlüssen
kommen.
„Wie sich herausgestellt hat,
können besonders bei den heutzutage voll ausgestatteten
Mainboards, diese Zentimeter schnell zum Knackpunkt werden.
Während sich bei unserem Gigabyte Sockel 775 Mainboard,
dem GA-8ANXP-D, die Radeon X1800 XL bzw. GeFroce 7800 GTX
genau zwischen den IDE- und Diskettenanschluss platzierte,
müsste man beim Sockel 939 Mainboard, dem GA-8KNXP-SLI,
auf einen SATA 2 Anschluss verzichten, was aber dank den
insgesamt 8 Ports kein größeres Problem darstellen
sollte.“
 
Ausgestattet ist die Karte mit dem 180 Millionen
Transistoren schweren RV530, der im Vergleich zum R520 deutlich
abgespeckt wurde. So wurden u. a. die Pixelpipelines auf 12,
die Vertex-Pipelines auf 5 reduziert, zudem hat ATI auch bei
den Texture Mapping Units und den ROPs den Rotstift angesetzt.
Bei den Taktraten liegt sich Sapphire mit 581 MHz etwas unterhalb
der möglichen 590 MHz.
Die insgesamt 256 MByte Speicher setzen sich
aus vier Modulen zusammen, die alle samt auf der Vorderseite
Platz finden. Durch den hohen Takt von 684 MHz verbaut Sapphire
den hochwertigen GDDR3 Speicher von Samsung bzw. Infineon,
mit einer Zugriffszeit von 1,4 ns bzw. 1,2 ns.
Angebunden ist der Speicher an den Chip über ein 128
Bit breiten „Ring-Bus“, welcher allerdings auch
keine Wunder vollbringen kann, aber die vorhandene Speicherbandbreite
von 22,08 GB/s besser ausnutzen kann, als ein herkömmliches
128 Bit Interface.
Auf die zusätzliche Stromzufuhr kann, obwohl die Grafikkarte
alles andere als niedrig getaktet ist, dank des 90-nm-Prozess
von TSMC verzichtet werden.
 
Bei der Kühllösung setzt Sapphire
nicht, wie einige anderen AIB-Partner von ATI, auf die im
Oktober vorgestellte Referenzlösung. Deren größtes
Manko, was von einigen Reviewern bemängelt wurde, war
der schlechte Lautstärkepegel. Obwohl Sapphire einen
ähnlich kleinen 4,5 cm Lüfter verwendet, ist die
Karte dank Lüftersteuerung und andere Anordnung der Lüfterblätter
im 2D-Betreib angenehm leise und kaum wahrzunehmen. Selbst
im 3D-Modus ist uns die Karte kaum negativ aufgefallen, zwar
ist das Board dann etwas lauter aber immer noch nicht störend
und deutlich unter dem Pegel einer Radeon X850 XT PE.
Die Kühlkörper besteht aus einer 2 mm dicken Kupferplatte,
die neben der VPU auch gleich aller vier Speicherchips mit
kühlt.
 
Auf den ersten Blick bietet Sapphire, was
die Ausgänge der X1600 XT betrifft, nur die bekannte
„Hausmannskost“: VGA-, DVI- und TV-Out Buchsen.
Doch wie immer steckt der Teufel im Detail. Während der
DVI-Ausgang auf den bisherigen R4x0 Karten nur als Single-Link
implementiert wurde, steht der Radeon X1x00 Serie erstmals
ein Dual-Link Interface zur Verfügung. Die dafür
notwendigen TMDS-Transmitter hat ATI bereits im Chip integriert,
sodass die Board-Partner keine zusätzlichen Chips auf
den Karten verbauen müssen.
Leider verzichtet Sapphire auf den zweiten DVI-Ausgang, unserer
Meinung etwas unverständlich, zwar sind Röhrenmonitore
noch sehr weit verbreitet, doch dank immer besser werdenden
Reaktionszeiten sind aktuelle TFT-Monitore auch unter den
Spielern sehr beliebt. Somit können zwar mittels Adapter
zwei normale Monitore angesteuert werden, aber keine zwei
TFTs mittels digitaler Übertragung.
weiter
|