Sapphire
Radeon X1900 XTX
Der Chip Teil II:
Zu guter letzt verfügt der R580 nun endlich über
das vom RV515 und RV530 bekannte Fetch4 Textur-Sampling Verfahren.
Zum Einsatz kommt NVIDIAs PCF (Percentage Closer Filtering)
und ATIs Fetch4 bei so genannten Shadow-Maps, welche in Spielen
zur Darstellung von Schatten Verwendung finden. Deren Nachteil
sind aber die harten Kanten an den entstehende Schatten, um
diesen Effekt entgegenzuwirken zu können, können
GPUs eine Anzahl von Sampeln aus der Shadow-Map auslesen und
mittels Pixel Shader filtern. Durch die höhere Anzahl
an Samples entsteht zwar ein weicherer Schatten, doch die
dafür nötigen Texture-Lookups wirken sich negativ
auf die Performance aus.

Fetch 4 schafft hier Abhilfe. Durch den Umstand,
dass der Farbwert aus vier Werten besteht – Rot, Grün,
Blau, sowie dem Alpha-Kanal (Transparentwert) besteht, kann
der R580 nun, wie schon der RV515 und RV530, gleichzeitig
in einem Durchgang samplen sowie berechnen. Die Texture-Sample-Rate
steigt um den Faktor 4 und eine Shadow-Map kann deutlich schneller
und ohne großen Performanceverlust erstellt werden.
Einen kleine hacken hat Fetch 4 allerdings noch, zum Filtern
der Daten müssen diese erst den Pixel-Shader durchlaufen,
NVIDIAs PCF-Lösung kann die Shadow-Map bereits in der
TMU (ein Durchgang) filtern. Zum Einsatz kommen die neuen
Shadow-Map u. a. schon im 3DMark06, Age of Empires 3 und Battlefield
2.
Die Karte:
Das Top-Modell der Radeon X1900 ist zusätzlich
mit dem Suffix XTX versehen, vorbei sind also die Zeiten der
Platinum Edition (Kurz. PE). Marketing-technisch ein cleverer
Zug, denn in Folge von zahlreichen Verspätungen wurde
die PE im Volksmund nur noch „Press Edition“ genannt,
was natürlich kein gutes Licht auf das Produkt geworfen
hat, weshalb sich die Kanadier entschieden haben, dass Branding
zu Gunsten des XTX Schriftzuges fallen zu lassen.
 
Das PCB der neuen Radeon X1900 XTX erinnert
sehr stark an das des kleinen Bruders (Radeon X1800 XT). Im
Detail wurden aber einige Bauteile ausgetauscht, unter anderem
die Spannungswandler. Die Karte misst weiterhin 23 cm und
kann je nach Mainboard einzelne Anschlüsse versperren.
 
Wie es sich für eine High-End Grafikkarten
gehört, hat auch die Sapphire Radeon X1900 XTX zwei DVI-Ausgänge
und Video-Ein und Ausgänge, deren Verwaltung der bekannte
Rage Theater Chip übernimmt. Dank des integrierten Dual-Links
können bis zu zwei Apple Cinema Displays angesteuert
werden.
Mittels dem im Lieferumfang enthaltenen Adaptern, kann natürlich
auch weiterhin ein herkömmlicher Monitor betrieben werden.
Die zusätzliche Stromzufuhr wird über die am Ende
des PCBs angebrachte 6-Polige Buchse bewerkstelligt.
 
Beim Speicher setzt Sapphire auf GDDR3 Markenspeicher
aus dem Hause Samsung, der mit einer Zugriffszeit von 1,1ns
für bis zu 900 MHz spezifiziert ist. Die verbauten 512
MByte werden mit 775 MHz getaktet, die vorhandene Reserven
werden die Overclocker sicherlich zu nutzten wissen. Den Grafikchip
taktet Sapphire nach den Vorgaben von ATI mit 650 MHz an.
 
Um im 2D-Modus zusätzlich Strom sparen
zu können, senkt die Radeon X1900 XTX die Taktraten auf
500 MHz für den Chip und 600 MHz bei den Speicherchips.
Eine Neuerung die ATI erst mit der Radeon X1800 XT OC eingeführt
hat und vorher nur von den GeForce-Karten genutzt wurde.
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