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Enermax Blue Viper CS-718

Das Gehäuse / Der Tower Teil 2

Beim Blick auf die Rückseite fällt sofort auf, dass das Blue Viper im Gegensatz zu herkömmlichen Gehäusen seitenverkehrt aufgebaut ist. Die Steckkarten sitzen nun oberhalb der Sound- und USB Anschlüsse und nicht unterhalb, wie sonst üblich.

Sehr praktisch ist der Schließmechanismus der Seitenteile, denn im Gegensatz zu den herkömmlichen Verschraubungen setzt Enermax auf einen Kunststoff-Clip-Mechanismus. Man muss einfach zwei Plastikschieber nach oben und unten drücken und schon öffnet sich das Seitenteil. Für LAN-Gänger ist auch eine Vorrichtung für ein Vorhängeschloss installiert, um das kostbare Innenleben vor Langfingern zu schützen.

Nach dem Entfernen des rechten Seitenteils blickt man auf das sehr sauber verarbeitete Innenleben des Blue Viper. Hier stimmt jedes Detail, denn selbst die Kanten und Ausschnitte weisen keine Makel auf. Etwas Kritik ist aber dennoch angebracht, denn dadurch, dass die 5 1/4"-Einbauschächte mit Blechblenden versehen sind und man diese vor dem Einbau der entsprechenden Peripherie rausbrechen muss, kann es zu scharfen Gratbildungen kommen.

Auf den zweiten Blick kommt dann die große Überraschung, denn wie wir schon bei der Betrachtung der Rückseite festgestellt haben, wirft Enermax alle bekannten Konventionen über den Haufen und geht bei der Gestaltung des Innenraumes einen völlig neuen Weg. So wird das Mainboard zum Beispiel über Kopf eingebaut, was zur Folge hat, dass die CPU ganz unten im Gehäuse sitzt. Die PCI-, PCI Express- oder die „alten“ AGP-Karten sitzen dann darüber. Die Festplatten werden ganz oben im Gehäuse zwischen vormontierten Schienen seitlich eingebaut.

Das Highlight des Innenlebens stellt ohne Zweifel der von Enermax entwickelte Lufttunnel dar, der die CPU zusätzlich mit kühler Luft versorgen soll. Damit das ganze auch ordentlich funktioniert, ist selbiger vorne und hinten von zwei 120 mm Lüftern eingeschlossen, die nebenbei bemerkt blau beleuchtet sind. Trotz der großzügigen Abmessungen des Lufttunnels, kann es bei der Verwendung von Heatpipes oder Tower-Kühlern zu Problemen kommen, weshalb man sich vor dem Kauf des Gehäuses genau überlegen sollte, welchen Lüfter man verwenden will. Ein weiteres Manko gibt es in diesem Zusammenhang aber doch, denn Enermax hat dem Blue Viper keine Staubfilter verpasst, weshalb ein regelmäßiges Reinigen des Gehäuses Pflicht wird, falls man diese nicht selber nachrüstet.

Über dem Tunnel befindet sich noch eine Klick-Vorrichtung für einen weiteren 80 mm Lüfter. Leider ist im Lieferumfang kein entsprechendes Gerät enthalten, was etwas schade ist, denn er wird für das Kühlungsprinzip benötigt. Der Lüfter stellt nämlich den Luftstrom für die restliche Hardware im Gehäuse zur Verfügung. Fehlt dieser, dann bekommen weder die Chipsätze, noch die Grafikkarte oder die Festplatte frische Luft, da der Luftkreislauf durch das „Tunnel-System“ komplett geschlossen ist. Hier bleibt zu hoffen, dass Enermax an dieser Stelle noch einmal etwas nachbessert.

Die Anschlüsse für die Lüftersteuerung befinden sich am Boden des Gehäuses, können aber dank eines doppelseitigen Klebebandes fast überall angebracht werden. Bis zu vier Lüfter können an dem Steuerungselement angebracht werden, wovon zwei aber schon für die mitgelieferten 120er Lüfter benötigt werden. Dies ist aber nicht weiter schlimm, da im Blue Viper sowieso nur noch Platz für einen weiteren 80 mm Lüfter ist.


 
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