Einleitung
Bevor wir so richtig in das Neue Jahr einsteigen, ist
es erst einmal an der Zeit, das Alte Revue passieren zu
lassen und einen vorsichtigen Blick in die Zukunft zu werfen.
Bevor wir aber ans Eingemachte gehen, sei noch einmal kurz
darauf hingewiesen, dass die meisten Angaben in diesem Artikel
auf Vermutungen, und Insider-Informationen, von uns „ungenannten,
aber vertrauenswürdigen Quellen“ stammen und
wir daher keine Gewähr dafür übernehmen können,
dass unsere Prognosen auch hundertprozentig eintreffen.
NVIDIA: The Empire strikes Back
NVIDIA
hatte es in den letzten beiden Jahren wahrlich nicht einfach.
Nachdem man mit der GeForce 256 und dann mit der GeForce 2
GTS zum unangefochtenen Spitzenreiter aufstieg und Firmen
wie 3DFx vom Markt verdrängte bzw. aufkaufte und zwischenzeitlich
mit der GeForce 3 und 4 keinen Konkurrenten fürchten
musste, begann das ganze Debakel vor gut zwei Jahren mit dem
Release des R300, vielen besser bekannt als Radeon 9700 Pro.
Urplötzlich und völlig unerwartet warf der ewige
Zweite und „Erzfeind“ ATi Technologies einen Chip
auf den Markt, der selbst eingefleischte Journalisten und
Kenner der Szene vom Hocker haute.
Der Schock muss nVIDIA im
August 2002 tief gesessen haben, als man erkannte, dass man
jahrelanger Technologie/Performance Führerschaft mal
wieder nur die zweite Geige spielte. Besonders in dem Wissen,
dass der eigene Chip in Form der GeForce FX (NV30) dem High-End
Pendant von ATI nicht das Wasser reichen könnte. Zwar
probierte man der drohenden Niederlage mit „MHz“
beizukommen, aber wie wir letztendlich alle wissen, ging dieser
Schuss deutlich nach hinten los, denn die GeForce FX 5800
Ultra war nicht nur langsamer, besonders in DirectX 9 Anwendungen,
sondern war aufgrund des astronomischen Taktes von 500 MHz
so laut, dass nVIDIA herbe Kritik für die so genannte
FlowFX Kühlung einstecken musste.
Hinzu kam dann noch, dass sich
der Chip monatelang verzögerte und erst mit knapp 4 monatiger
Verspätung zu haben war. Lustiger Weise präsentierte
die in Santa Clara ansässige Firma nur einen Monat nach
der Verfügbarkeit der GeForce 6800 Ultra schon den Nachfolger,
den NV35. So, dass der NV30 eigentlich eine Totgeburt war.
Zwar konnte man mit dem GeForce 5900 Ultra (aka NV35) der
eklatanten Schwächen (DX9 Performance und FLowFX) wieder
ausbügeln, aber dennoch reichte dies nicht aus, um ATi
das Wasser zu reichen.

Das NVIDIA es eigentlich besser
kann, haben die Kalifornier schon mehrere Male bewiesen. So
war es dann eigentlich auch nur eine Frage der Zeit bis NVIDIA
zurückschlagen würden. Dies geschah dann auch am
14. April diesen Jahres mit der Vorstellung der GeForce 6
Serie und deren High-End Ableger der GeForce 6800 Ultra, die
sowohl technologisch, als auch performance-technisch die alten
Verhältnisse wieder herstellte und die Kalifornier erstmals
wieder als klaren Gewinner aus dem Rennen um die Performance-Krone
hervorgehen ließ. Natürlich ließ die Antwort
von ATi Technologies nicht lange auf sich warten, die im Mai
mit der Radeon X800 Serie und speziell mit der X800 XT Platinum
Edition gleichziehen konnten. Während es im High-End
Segment also unentschieden steht, gibt es im Low-End- und
vor allem im Mainstream-Markt noch einiges zu holen.
Dies gilt insbesondere für NVIDIA, denn
auch dort herrschen noch die Altlasten des GeForce FX „Debakels“
in Form der GeForce FX 5700 (Ultra) vor, die zwar nicht so
ein Reinfall, wie die GeForce FX 5800 Ultra war, aber dennoch
nie der Radeon 9600 XT bzw. X600 XT wirklich das Wasser reichen
konnte. Um diesen Makel endgültig aus der Welt zu schaffen,
präsentierten die Kalifornier Mitte August auf der Quakecon
die GeForce 6600 Serie, die wie schon der große Bruder,
das Feld ordentlich aufwirbelte und sich ohne große
Umwege an die Spitze der Charts setzte. Im Oktober 2004 folgte
dann noch die GeForce 6200, die NVIDIA’s NV4x-Portfolio
komplettierte und das Shader Model 3.0 auch im Low-End Markt
Einzug halten ließ. Vor kurzem folgte zwar mit noch
die GeForce 6200 Turbo Cache, aber hierbei handelt es sich
nicht wirklich um einen neuen Chip, da die bestehende 6200
lediglich um das TurboCache Feature erweitert wurde.
SLI: Eine Legende kehrt zurück
Etwas
weniger spektakulär sah jedoch die Einführung der
vierten nForce Generation aus. Im Oktober mit relativ großen
Marketing-Rummel eingeführt, hat NVIDIA immer noch gewisse
Probleme, den Chipsatz in ausreichender Menge zu fertigen.
Schlimmer sieht es da noch bei der SLI-Variante des nForce
4 aus, von der man bis auf dem Papier bisher noch nichts gesehen
hat.
Eine Wiederauferstehung feierte
auch die vor vielen Jahren einmal von 3DFx Ingenieuren entwickelte
SLI-Technologie. Statt „Scan Line Interleave“,
wie das Ganze noch bei 3DFx hieß, bedeutet die Abkürzung
bei NVIDIA nun „Scalable Link Interface“. Obwohl
sich die Namen nur marginal unterscheiden, sind die Ansätze
grundverschieden. Statt, wie früher, auf abwechselnder
Zeilenberechnung zu setzen, hat NVIDIA zwei eigene Rendering-Techniken
entwickelt. Zum einen das „Alternate Frame Rendering“,
bei dem die eine Grafikkarte alle geraden und die andere alle
ungraden Frames berechnet und zum anderen das „Split
Frame Rendering“ Verfahren, bei welchem beiden Karten
an jedem Frame gemeinsam arbeiten.

Das kommenden Jahr wird bei
NVIDIA im Zeichen des Refreshes stehen: Zumindest in der ersten
Jahreshälfte wird man keine großen Neuigkeiten
im Stil einer GeForce 6 erwarten können. Ende des ersten
bzw. Anfang des zweiten Quartals wird NVIDIA vermutlich den
Nachfolger der GeForce 6800 Ultra präsentieren.
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