Einleitung und Rückblick:
nVIDIA hatte es in den letzten
anderthalb Jahren wahrlich nicht einfach. Nachdem man mit
der GeForce I und dann mit der GeForce 2 GTS zum unangefochtenen
Spitzenreiter aufstieg und Firmen wie 3DFx vom Markt verdrängte
bzw. aufkaufte und zwischenzeitlich mit der GeForce 3 bzw.
4 keinen Konkurrenten fürchten musste, begann das ganze
Debakel vor gut zwei Jahren mit dem Release des R300, vielen
besser bekannt als Radeon 9700 Pro. Urplötzlich und
völlig unerwartet warf der ewige Zweite und „Erzfeind“
ATi Technologies einen Chip auf den Markt, der selbst eingefleischte
Journalisten und Kenner der Szene vom Hocker haute. Der
Schock muss nVIDIA im August 2002 tief gesessen haben, als
man erkannte, dass man jahrelanger Technologie/Performance
Führerschaft mal wieder nur die zweite Geige spielte.
Besonders in dem Wissen, dass der eigene Chip in Form der
GeForce FX (NV30) dem High-End Pendant von ATi nicht das
Wasser reichen könnte. Zwar probierte man der drohenden
Niederlage mit „MHz“ beizukommen, aber wie wir
letztendlich alle wissen, ging dieser Schuss deutlich nach
hinten los, denn die GeForce FX 5800 Ultra war nicht nur
langsamer, besonders in DirectX 9 Anwendungen, sondern war
aufgrund des astronomischen Taktes von 500 MHz so laut,
dass nVIDIA für herbe Kritik für die so genannte
FlowFX Kühlung einstecken musste. Hinzu kam dann noch,
dass sich der Chip monatelang verzögerte und erst mit
knapp 4 monatiger Verspätung zu haben war. Lustiger
Weise präsentierte die in Santa Clara ansässige
Firma nur einen Monat nach der Verfügbarkeit der GeForce
6800 Ultra schon den Nachfolger, den NV35. So, dass der
NV30 eigentlich eine Totgeburt war. Zwar konnte man mit
dem GeForce 5900 Ultra (aka NV35) der eklatanten Schwächen
(DX9 Performance und FLowFX) wieder ausbügeln, aber
dennoch reichte dies nicht aus, um ATi das Wasser zu reichen.
Das nVIDIA es besser kann,
haben die Kalifornier schon mehrere Male bewiesen. So war
es dann eigentlich auch nur eine Frage der Zeit bis nVIDIA
zurückschlagen würden. Dies geschah dann auch
am 14. April diesen Jahres mit der Vorstellung der GeForce
6 Serie und deren High-End Ableger der GeForce 6800 Ultra,
die sowohl technologisch, als auch performance-technisch
die alten Verhältnisse wieder herstellte und nVIDIA erstmal
wieder als klaren Gewinner aus dem Rennen um die Performance-Krone
hervorgehen ließ. Natürlich ließ die Antwort von ATi Technologies
nicht lange auf sich warten, die im Mai mit der Radeon X800
Serie und speziell mit der X800 XT Platinum Edition gleichziehen
konnten. Während es im High-End Segment also unentschieden
steht, gibt es im Low-End- und vor allem im Mainstream-Markt
noch einiges zu holen. Dies gilt insbesondere für nVIDIA,
denn auch dort herrschen noch die Altlasten des GeForce
FX „Debakels“ in Form der GeForce FX 5700 (Ultra) vor, die
zwar nicht so ein Reinfall wie die GeForce FX 5800 Ultra
war, aber dennoch nie der Radeon 9600 XT bzw. X600 XT wirklich
das Wasser reichen konnte. Um auch diesen Makel aus der
Welt zu schaffen, hat nVIDIA auf der seit gestern laufenden
Quakecon, die vom 12. bis 15. August in Grapevine (Texas)
stattfindet, nun endlich Nägel mit Köpfen und die GeForce
6600 vorgestellt.

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